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8. Juni 2026

CO₂ im Aquarium – Berechnung über pH-Wert und KH sowie die Risiken einer CO₂-Überdosierung

CO₂ (Kohlendioxid) gehört zu den wichtigsten Nährstoffen für Wasserpflanzen. Viele Aquarianer düngen ihr Aquarium deshalb gezielt mit CO₂, um ein gesundes Pflanzenwachstum zu fördern. Doch wie bei vielen Dingen gilt auch hier: Die richtige Menge macht den Unterschied.

Zu wenig CO₂ kann das Pflanzenwachstum bremsen, zu viel CO₂ kann dagegen für Garnelen, Schnecken und Fische lebensgefährlich werden.

Warum benötigen Aquarienpflanzen CO₂?

Pflanzen nutzen Kohlendioxid für die Photosynthese. Dabei entstehen neue Pflanzenmasse und Sauerstoff.

Vorteile einer ausreichenden CO₂-Versorgung:

  • kräftiger Pflanzenwuchs
  • intensivere Farben
  • weniger Algenprobleme
  • bessere Nährstoffaufnahme
  • dichter Pflanzenbestand

Gerade in stark bepflanzten Aquarien kann der natürliche CO₂-Gehalt des Leitungswassers schnell nicht mehr ausreichen.

Wie lässt sich der CO₂-Wert berechnen?

Zwischen dem pH-Wert, der Karbonathärte (KH) und dem CO₂-Gehalt besteht ein direkter Zusammenhang.

Anhand von pH und KH kann der ungefähre CO₂-Gehalt des Wassers berechnet werden.

Die bekannte Formel lautet:

CO_2 = 3 \cdot KH \cdot 10^{(7-pH)}}

Dabei gilt:

  • CO₂ in mg/l
  • KH in °dKH
  • pH als gemessener Wert

Beispiel

Ein Aquarium besitzt:

  • KH = 6 °dKH
  • pH = 7,0

Dann ergibt sich:

CO₂ = 18 mg/l

Das liegt bereits im optimalen Bereich für die meisten Aquarienpflanzen.

Welche CO₂-Werte sind sinnvoll?

CO₂-GehaltBewertungunter 10 mg/loft zu wenig für anspruchsvolle Pflanzen15–25 mg/lideal für die meisten Aquarien25–30 mg/lobere Grenze für viele Wirbelloseüber 35 mg/lkritischüber 40 mg/lgefährlichüber 50 mg/lakute Vergiftungsgefahr

Warum sind zu hohe CO₂-Werte gefährlich?

Viele Aquarianer glauben, dass Fische und Garnelen bei einer CO₂-Überdosierung ersticken.

Tatsächlich ist der Vorgang etwas komplexer.

Ein hoher CO₂-Gehalt führt dazu, dass die Tiere Kohlendioxid nicht mehr ausreichend über die Kiemen oder Körperoberflächen abgeben können. Das Blut übersäuert und der Sauerstofftransport wird beeinträchtigt.

Die Tiere zeigen dann typische Symptome:

  • hektische Atmung
  • Aufenthalt direkt an der Wasseroberfläche
  • ungewöhnliche Unruhe
  • Orientierungslosigkeit
  • Garnelen sitzen bewegungslos herum
  • plötzliche Todesfälle in den frühen Morgenstunden

Besonders empfindlich reagieren:

  • Neocaridina-Garnelen
  • Amanogarnelen
  • Sulawesi-Garnelen
  • Fächergarnelen
  • Schnecken
  • Jungfische

Warum treten Probleme oft morgens auf?

Nachts verbrauchen Pflanzen selbst Sauerstoff und produzieren kein neues CO₂-freies Sauerstoffangebot mehr durch Photosynthese.

Gleichzeitig:

  • Pflanzen atmen
  • Tiere atmen
  • Bakterien verbrauchen Sauerstoff

Dadurch sinkt nachts der Sauerstoffgehalt, während sich CO₂ weiter anreichern kann.

Die kritischste Zeit im Aquarium liegt deshalb meist kurz vor dem Einschalten der Beleuchtung.

Wie kann man eine CO₂-Überdosierung verhindern?

1. Dauertest verwenden

Ein CO₂-Dauertest gehört zu den einfachsten Kontrollmöglichkeiten.

  • Blau = zu wenig CO₂
  • Grün = optimal
  • Gelb = zu viel CO₂

2. CO₂ langsam erhöhen

Die Blasenzahl niemals sprunghaft erhöhen.

Nach jeder Änderung mindestens einige Tage beobachten.

3. Nachtabschaltung nutzen

Eine Magnetventil-Nachtabschaltung spart nicht nur CO₂, sondern verhindert auch gefährliche Anreicherungen während der Dunkelphase.

4. Wasseroberfläche leicht bewegen

Eine leichte Oberflächenbewegung verbessert den Gasaustausch.

Das bedeutet nicht, dass das Wasser stark sprudeln muss. Bereits eine sanfte Strömung reicht meist aus.

5. Regelmäßig pH und KH messen

Gerade bei weichem Wasser können bereits kleine Änderungen große Auswirkungen auf den CO₂-Gehalt haben.

Besonders in Rosenheim und Umgebung schwankt die Karbonathärte je nach Wasserversorger teilweise deutlich. Deshalb sollte die KH regelmäßig kontrolliert werden.

Besonderheiten bei Garnelenaquarien

Viele Garnelenbecken laufen bereits mit einfachen Pflanzen sehr erfolgreich ohne zusätzliche CO₂-Anlage.

Bei Becken mit:

  • Javafarn
  • Anubias
  • Bucephalandra
  • Moosen
  • Süßwassertang

ist eine CO₂-Anlage häufig gar nicht notwendig.

Wer dennoch CO₂ nutzt, sollte eher vorsichtig dosieren und Werte zwischen 15 und 20 mg/l anstreben.

Fazit

CO₂ ist einer der wichtigsten Pflanzennährstoffe im Aquarium und kann das Wachstum deutlich verbessern. Gleichzeitig gehört eine CO₂-Überdosierung zu den häufigsten Ursachen für plötzliche Verluste bei Garnelen und Fischen.

Durch regelmäßige Kontrolle von pH-Wert und Karbonathärte lässt sich der CO₂-Gehalt gut abschätzen. Für die meisten Aquarien hat sich ein Bereich von 15 bis 25 mg/l bewährt.

Gerade in Garnelenaquarien gilt: Lieber etwas weniger CO₂ und stabile Verhältnisse als maximale Pflanzenleistung auf Kosten der Tiere.

Tipp von Katjas Wirbellose: Beobachte Deine Tiere immer genauer als Deine Messwerte. Garnelen und Schnecken zeigen oft schon lange vor einem Test an, dass etwas im Aquarium nicht stimmt.

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