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13. Mai 2026

Kampffische züchten: Die Aufzucht von Betta splendens Schritt für Schritt

Der Kampffisch (Betta splendens) gehört zu den beliebtesten Aquarienfischen überhaupt. Mit ihren leuchtenden Farben, eleganten Flossen und ihrem spannenden Verhalten begeistern sie viele Aquarianer. Die Zucht von Kampffischen ist faszinierend – braucht aber etwas Vorbereitung, Geduld und Fingerspitzengefühl.

In diesem Artikel erfährst Du, wie die Aufzucht von Betta splendens funktioniert, von der Paarbildung bis zu den Jungfischen.

Voraussetzungen für die Kampffischzucht

Bevor Du mit der Zucht beginnst, solltest Du gesunde, kräftige Tiere auswählen.

Wichtig sind:

  • geschlechtsreife Tiere (ca. 4–8 Monate)
  • keine sichtbaren Krankheiten
  • gute Futteraufnahme
  • aktive, vitale Tiere
  • möglichst keine Tiere mit beschädigten Flossen

Besonders gut eignen sich Tiere aus stabilen Linien oder eigener Nachzucht.

Das richtige Zuchtbecken für Betta splendens

Für die Zucht brauchst Du kein riesiges Aquarium.

Ideal ist:

  • 30 Liter
  • niedriger Wasserstand (10–15 cm)
  • Temperatur: 26–28 °C
  • pH-Wert: etwa 6,5–7,5
  • sehr geringe Strömung
  • Abdeckung wegen warmer, feuchter Luft

Eine Heizung ist wichtig.

Das Becken sollte eher schlicht eingerichtet sein:

  • Schwimmpflanzen
  • Seemandelbaumblatt
  • kleine Verstecke für das Weibchen
  • eventuell ein halber Becher oder Schwimmunterlage fürs Schaumnest

Kein starker Filter.

Das Schaumnest – typisch für Kampffische

Das Männchen baut vor der Paarung ein Schaumnest an der Wasseroberfläche.

Dafür verwendet es Luftblasen, die mit Speichel stabilisiert werden.

Das Nest dient später dazu, Eier und frisch geschlüpfte Larven zu schützen.

Ein gesundes, paarungsbereites Männchen beginnt oft schon nach kurzer Zeit mit dem Nestbau.

Das Weibchen vorbereiten

Das Weibchen sollte vor dem Ansetzen gut konditioniert werden.

Ideal sind hochwertige Futtersorten:

  • Artemia
  • Mückenlarven
  • Daphnien
  • Frostfutter
  • hochwertiges Granulat

Ein laichbereites Weibchen erkennst Du oft an:

  • deutlich rundem Bauch
  • sichtbarer Laichpapille
  • Interesse am Männchen
  • vertikalen Streifen (nicht immer)

Die Zusammenführung

Zunächst setzt Du das Männchen ins Zuchtbecken.

Das Weibchen sollte anfangs getrennt sichtbar bleiben, zum Beispiel:

  • in einer transparenten Box
  • hinter einer Trennscheibe

So können sich beide sehen, ohne sich zu verletzen.

Wenn:

  • das Männchen aktiv das Schaumnest baut
  • das Weibchen ruhig reagiert

kann die Zusammenführung erfolgen.

Die Paarung

Die Paarung kann mehrere Stunden dauern.

Typisch ist die sogenannte Umschlingung.

Dabei passiert Folgendes:

  1. Das Männchen umschlingt das Weibchen.
  2. Eier werden abgegeben.
  3. Das Männchen sammelt die Eier ein.
  4. Die Eier werden ins Schaumnest gesetzt.

Ein Gelege kann zwischen 50 und über 300 Eier umfassen.

Nach dem Ablaichen

Jetzt wird es wichtig.

Das Weibchen sollte nach der Paarung entfernt werden.

Warum?

Das Männchen übernimmt die Brutpflege und kann das Weibchen aggressiv vertreiben.

Es bewacht:

  • Eier
  • Larven
  • Schaumnest

In dieser Phase möglichst nicht stören.

Schlupf der Jungfische

Je nach Temperatur schlüpfen die Larven nach etwa 24–48 Stunden.

Zunächst hängen sie im Schaumnest.

Das Männchen sammelt herunterfallende Larven wieder ein.

Nach weiteren 2–3 Tagen schwimmen die Jungfische frei.

Jetzt muss auch das Männchen entfernt werden.

Das erste Futter für Betta-Babys

Hier scheitern viele Zuchtversuche.

Die Jungfische sind winzig und brauchen sehr feines Futter.

Geeignet:

Erste Tage:

  • Infusorien
  • Pantoffeltierchen
  • Liquifry nur eingeschränkt

Nach einigen Tagen:

  • Artemia-Nauplien
  • Mikrowürmer
  • Essigälchen

Mehrmals täglich kleine Portionen füttern.

Wasserqualität ist jetzt extrem wichtig.

Wasserpflege bei Jungfischen

Junge Kampffische reagieren empfindlich.

Wichtig:

  • tägliche kleine Wasserwechsel
  • gleiche Temperatur
  • keine starken Schwankungen
  • vorsichtig absaugen

Sauberes Wasser ist oft wichtiger als viel Futter.

Entwicklung der Jungtiere

Nach wenigen Wochen zeigen sich erste Unterschiede.

Dann entstehen:

  • Größenunterschiede
  • erste Rangkämpfe
  • Farbentwicklung
  • Flossenformen

Besonders Männchen müssen später oft getrennt werden.

Sonst kommt es zu Verletzungen.

Das Labyrinthorgan beachten

Kampffische besitzen ein Labyrinthorgan.

Damit atmen sie atmosphärische Luft.

Deshalb ist warme, feuchte Luft über dem Aquarium extrem wichtig.

Kalte Zugluft kann Jungfische schwer schädigen.

Darum: Becken immer abdecken!

Häufige Probleme bei der Kampffischzucht

Männchen frisst Eier

Kann bei Stress oder unerfahrenen Tieren passieren.

Weibchen wird verletzt

Zu frühe oder falsche Zusammenführung.

Jungfische sterben

Oft wegen:

  • falschem Erstfutter
  • schlechter Wasserqualität
  • Temperaturschwankungen

Unterschiedliches Wachstum

Ganz normal.

Größere Tiere müssen manchmal aussortiert werden.

Lohnt sich die Zucht von Betta splendens?

Die Aufzucht von Kampffischen ist spannend und lehrreich.

Aber:

Sie braucht Zeit, Platz und viel Aufmerksamkeit.

Aus wenigen Eiern können schnell sehr viele Jungfische werden.

Wer gut vorbereitet ist, kann jedoch ein faszinierendes Zuchtprojekt erleben.

Fazit

Betta splendens erfolgreich aufzuziehen ist kein Anfängerprojekt, aber mit guter Vorbereitung absolut machbar.

Die wichtigsten Erfolgsfaktoren:

✔ gesundes Zuchtpaar
✔ passendes Zuchtbecken
✔ geeignetes Erstfutter
✔ stabile Wasserwerte
✔ Geduld und Beobachtung

So kannst Du Deine eigenen wunderschönen Kampffische großziehen.

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