12. Juni 2026
Teichpflanzen richtig einsetzen – Mehr Pflanzen für einen gesunden und schönen Gartenteich
Wer einen Gartenteich anlegt, denkt oft zuerst an Seerosen. Dabei sind es vor allem die vielen verschiedenen Wasser-, Schwimm- und Uferpflanzen, die langfristig für klares Wasser, weniger Algen und ein stabiles biologisches Gleichgewicht sorgen.
Bei einem Teichprojekt, das ich kürzlich begleiten durfte, lag der Fokus bewusst auf einer möglichst vielfältigen Bepflanzung. Ziel war es, mehr Pflanzenmasse ins und ans Wasser zu bringen, die Wasserqualität zu verbessern und gleichzeitig die Optik des Teichs aufzuwerten.
Ich halte euch gerne auf dem Laufenden mit weiteren Vorher- und Nachher Aufnahmen!


Hornkraut (Ceratophyllum demersum)
Hornkraut gehört zu den wichtigsten Sauerstoffpflanzen für Gartenteiche. Die Pflanze wächst schnell, nimmt überschüssige Nährstoffe auf und hilft dabei, Algenwachstum zu reduzieren.
Standort: Freiwasserzone
Einsetzen:
- Nicht einpflanzen
- Als Bündel ins Wasser geben
- Optional mit einem kleinen Stein beschweren
- Darf frei treiben
Nixkraut (Najas guadalupensis)
Nixkraut ist eine schnell wachsende Unterwasserpflanze, die vielen Kleinstlebewesen Schutz bietet und ebenfalls zur Verbesserung der Wasserqualität beiträgt.
Standort: Freiwasserzone und Flachwasserbereich
Einsetzen:
- Locker zwischen Steinen einklemmen
- Mit einem kleinen Gewicht beschweren
- Kann auch frei treiben
Froschbiss (Limnobium laevigatum)
Froschbiss gehört zu den beliebtesten Schwimmpflanzen. Die Pflanzen beschatten die Wasseroberfläche und entziehen dem Wasser Nährstoffe.
Standort: Wasseroberfläche
Einsetzen:
- Nicht einpflanzen
- Einfach auf die Wasseroberfläche setzen
- Vermehrt sich selbstständig
Wasserlinsen (Lemna minor)
Wasserlinsen sind hervorragende Nährstoffzehrer und können Algen wirksam Konkurrenz machen.
Standort: Wasseroberfläche
Einsetzen:
- Nicht einpflanzen
- Einfach auf die Wasseroberfläche geben
- Aufgrund der starken Vermehrung nur sparsam einsetzen
Teichlebermoos (Riccia fluitans)
Teichlebermoos ist nicht nur aus der Aquaristik bekannt, sondern eignet sich auch hervorragend für naturnahe Teiche.
Standort: Wasseroberfläche oder Flachwasserzone
Einsetzen:
- Frei treiben lassen
- Alternativ zwischen Steinen befestigen
Brasilianischer Wassernabel (Hydrocotyle leucocephala)
Der Brasilianische Wassernabel wächst sowohl unter Wasser als auch emers über die Wasseroberfläche hinaus.
Standort: Flachwasserzone oder feuchter Uferbereich
Einsetzen:
- In Pflanzkörbe mit ungedüngter Teicherde setzen
- Mit Lavasplit oder Kies abdecken
- Darf teilweise über das Wasser hinauswachsen
Krebsschere (Stratiotes aloides)
Die Krebsschere ist eine wertvolle Schwimm- und Flachwasserpflanze. Sie beschattet die Wasseroberfläche und trägt zur Nährstoffbindung bei.
Standort: Flachwasserzone oder Freiwasser
Einsetzen:
- Nicht einpflanzen
- Einfach auf die Wasseroberfläche legen
- Sucht sich ihren Standort selbst
Pfennigkraut (Lysimachia nummularia)
Pfennigkraut eignet sich hervorragend, um sichtbare Folienränder zu kaschieren und einen natürlichen Übergang zwischen Teich und Garten zu schaffen.
Standort: Direkt am Folienrand oder im feuchten Uferbereich
Einsetzen:
- In Pflanzkörbe oder direkt in feuchten Boden
- Darf über Steine und Folienränder wachsen
Froschlöffel (Alisma plantago-aquatica)
Der Froschlöffel ist eine klassische Flachwasserpflanze mit dekorativen Blüten und guter Nährstoffaufnahme.
Standort: Flachwasserzone
Einsetzen:
- Pflanzkorb mit Teicherde
- Mit Lavasplit abdecken
- Idealer Wasserstand: 0–10 cm über dem Pflanzkorb
Blutweiderich (Lythrum salicaria)
Blutweiderich zählt zu den schönsten heimischen Teichpflanzen. Seine violett-roten Blüten locken zahlreiche Insekten an.
Standort: Feuchter Uferbereich
Einsetzen:
- In Pflanzkörbe oder direkt in den Boden
- Nicht dauerhaft tief unter Wasser
Gelbe Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus)
Die Gelbe Sumpfschwertlilie ist ein echter Klassiker am Gartenteich und beeindruckt mit ihren leuchtend gelben Blüten.
Standort: Flachwasserzone oder feuchter Uferbereich
Einsetzen:
- Pflanzkorb mit Teicherde
- Mit Lavasplit abdecken
- 0–20 cm Wasser über dem Pflanzkorb
Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
Die Sumpfdotterblume sorgt bereits im Frühjahr für leuchtend gelbe Farbtupfer am Teich.
Standort: Feuchter Uferbereich bis Flachwasserzone
Einsetzen:
- Direkt in feuchten Boden oder Pflanzkorb
- Flachwasser bis etwa 10 cm Wassertiefe
Wasserminze (Mentha aquatica)
Die Wasserminze verbindet einen natürlichen Teichcharakter mit angenehmem Minzduft und einer hohen Attraktivität für Insekten.
Standort: Feuchter Uferbereich oder Flachwasserzone
Einsetzen:
- Pflanzkorb oder direkt in den Boden
- 0–10 cm Wasserstand möglich
Warum viele verschiedene Teichpflanzen sinnvoll sind
Jede Pflanzengruppe erfüllt eine andere Aufgabe:
- Sauerstoffpflanzen verbessern die Wasserqualität.
- Schwimmpflanzen beschatten die Wasseroberfläche.
- Uferpflanzen stabilisieren den Teichrand.
- Blühpflanzen fördern Insekten und Biodiversität.
- Schnellwachsende Arten entziehen Algen wichtige Nährstoffe.
Je vielfältiger die Bepflanzung, desto stabiler entwickelt sich das biologische Gleichgewicht im Teich.
Fazit
Ein schöner Gartenteich lebt von seiner Pflanzenvielfalt. Durch die Kombination aus Hornkraut, Nixkraut, Froschbiss, Krebsschere, Wassernabel, Pfennigkraut, Froschlöffel, Blutweiderich, Gelber Sumpfschwertlilie, Sumpfdotterblume und Wasserminze entsteht ein naturnahes Ökosystem, das nicht nur optisch überzeugt, sondern auch langfristig für klareres Wasser und weniger Algen sorgt.
Gerade bei bestehenden Teichen lohnt es sich oft, die Pflanzenvielfalt gezielt zu erhöhen. Mehr Pflanzen bedeuten meist weniger Algen und deutlich mehr Leben im und am Wasser.