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30. Mai 2026

Verbotene Apfelschnecken in Deutschland und der EU – Welche Arten betroffen sind und warum

Apfelschnecken im Aquarium – Was ist in Deutschland überhaupt noch erlaubt?

Viele Aquarianer kennen sie noch: große gelbe, blaue oder gestreifte Apfelschnecken, die früher häufig im Zoofachhandel angeboten wurden.

Doch seit einigen Jahren sorgt das Thema immer wieder für Verwirrung:

Sind Apfelschnecken in Deutschland verboten?

Die Antwort lautet:

Teilweise ja – aber nicht alle Arten sind betroffen.

Welche Apfelschnecken verboten sind, welche Arten weiterhin gehalten werden dürfen und warum die EU überhaupt ein Verbot eingeführt hat, erfährst Du hier.

Warum wurden Apfelschnecken verboten?

Der Auslöser waren bestimmte Arten der Gattung Pomacea.

Diese Schnecken stammen ursprünglich aus Südamerika und wurden weltweit als Speise- oder Aquarientiere verbreitet.

In einigen Ländern entwickelten sich bestimmte Arten jedoch zu massiven Problemen.

Vor allem in:

  • Reisfeldern
  • Feuchtgebieten
  • Kanalsystemen
  • Überschwemmungsflächen

richteten sie enorme Schäden an.

Besonders betroffen waren Regionen in:

  • Spanien
  • Asien
  • Südamerika

Die Tiere vermehren sich dort teilweise explosionsartig und fressen große Mengen an Wasserpflanzen.

Welche Apfelschnecken sind verboten?

Betroffen ist die gesamte Gattung:

Pomacea

Dazu gehören unter anderem:

  • Pomacea canaliculata
  • Pomacea maculata
  • Pomacea diffusa (früher häufig im Aquarium)
  • Pomacea bridgesii
  • weitere Arten der Gattung

Für die EU gelten Import- und Handelsverbote bereits seit 2012.

Seit der Einstufung als Unionsquarantäneschädling wurden die Regeln nochmals deutlich verschärft.

Was bedeutet das konkret?

Für die Gattung Pomacea gelten in der EU umfangreiche Beschränkungen.

Dazu zählen unter anderem:

❌ Import

❌ Verkauf

❌ Weitergabe

❌ Zucht

❌ Vermehrung

❌ Freisetzung in die Natur

Die Regelungen wurden eingeführt, um eine Ausbreitung invasiver Populationen in Europa zu verhindern.

Warum gelten Apfelschnecken als problematisch?

Bestimmte Arten können enorme Mengen an Pflanzenmaterial fressen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass sich invasive Pomacea-Arten negativ auf:

  • Wasserpflanzen
  • Feuchtgebiete
  • Reisfelder
  • Amphibienlebensräume
  • Gewässerökosysteme

auswirken können.

Besonders kritisch ist ihre hohe Anpassungsfähigkeit.

Unter günstigen Bedingungen vermehren sich manche Arten extrem schnell.

Sind alle Apfelschnecken verboten?

Nein.

Genau hier entsteht häufig Verwirrung.

Nicht jede Schnecke, die optisch wie eine Apfelschnecke aussieht, gehört automatisch zur verbotenen Gattung Pomacea.

Es existieren mehrere andere Gattungen innerhalb der Familie der Apfelschnecken (Ampullariidae).

Ist Pila polita verboten?

Nein.

Die Gelbe Asia-Apfelschnecke (Pila polita) gehört nicht zur Gattung Pomacea.

Sie stammt aus Südostasien und gehört zur Gattung:

Pila

Nach aktuellem Stand fällt Pila polita nicht unter das EU-weite Verbot der Gattung Pomacea.

Deshalb ist diese Art bei vielen Schneckenliebhabern besonders interessant geworden.

Warum wird Pila polita immer beliebter?

Die Gelbe Asia-Apfelschnecke bietet viele Eigenschaften, die Aquarianer an klassischen Apfelschnecken schätzen:

✅ große Endgröße

✅ auffällige gelbe Färbung

✅ friedliches Verhalten

✅ interessante Beobachtungsmöglichkeiten

✅ seltene und außergewöhnliche Art

Gleichzeitig gehört sie nicht zu den aktuell verbotenen Pomacea-Arten.

Was passiert mit alten Beständen verbotener Arten?

Für Tiere, die bereits vor den jeweiligen Verboten gehalten wurden, galten teilweise Übergangsregelungen.

Grundsätzlich mussten jedoch Maßnahmen getroffen werden, damit:

  • keine Vermehrung erfolgt
  • keine Weitergabe stattfindet
  • keine Tiere in die Natur gelangen

Die genauen Regelungen können je nach Zeitpunkt und nationaler Umsetzung unterschiedlich sein.

Niemals Tiere aussetzen

Unabhängig davon, ob eine Art verboten ist oder nicht:

Aquarientiere gehören niemals in die freie Natur.

Das gilt für:

  • Schnecken
  • Garnelen
  • Krebse
  • Fische
  • Pflanzen

Selbst scheinbar harmlose Arten können lokale Ökosysteme verändern oder heimische Arten verdrängen.

Fazit

Das Verbot betrifft nicht alle Apfelschnecken, sondern vor allem Arten der Gattung Pomacea.

Grund für die Einschränkungen ist ihr hohes invasives Potenzial und die Gefahr für europäische Gewässer und Feuchtgebiete.

Arten wie die Gelbe Asia-Apfelschnecke (Pila polita) gehören dagegen zu einer anderen Gattung und sind aktuell nicht von diesem speziellen Verbot betroffen.

Gerade deshalb erfreut sich Pila polita bei Liebhabern großer Aquarienschnecken zunehmender Beliebtheit und zählt heute zu den spannendsten Schneckenarten für das Süßwasseraquarium.

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