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Ein Paludarium für Land- und Vampirkrabben richtig einrichten

Farbenprächtige Land- und Vampirkrabben sind faszinierende Beobachtungstiere. Für ihre artgerechte Haltung genügt jedoch weder ein gewöhnliches Aquarium noch ein trocken eingerichtetes Terrarium. Viele der im Handel angebotenen Vampirkrabben der Gattung Geosesarma verbringen den größten Teil ihres Lebens an Land, benötigen aber trotzdem jederzeit Zugang zu sauberem Süßwasser.

Die passende Haltungsform ist deshalb ein tropisch eingerichtetes, vollständig ausbruchsicheres Paludarium mit einer großen Landzone und einem kleineren Wasserbereich.

Aquarium, Terrarium oder Paludarium?

Ein Paludarium verbindet einen feuchten Landteil mit einem dauerhaft zugänglichen Wasserbereich. Für Vampirkrabben eignet sich beispielsweise ein Aquarium, das entsprechend umgebaut und sicher abgedeckt wird.

Alternativ kann ein spezielles Feuchtterrarium oder Paludarium verwendet werden. Dieses muss einen wasserdichten unteren Bereich besitzen und so konstruiert sein, dass weder ausgewachsene Krabben noch winzige Jungtiere entkommen können.

Ein gewöhnliches Terrarium mit großen Lüftungsflächen und breiten Türspalten ist nur bedingt geeignet. Ebenso ungeeignet ist ein klassisches Aquarium, bei dem fast die gesamte Fläche unter Wasser steht.

Ein offenes Becken ist nicht geeignet

Landkrabben sind erstaunlich geschickte Kletterer. Sie nutzen Wurzeln, Pflanzen, Rückwände, Silikonnähte, Kabel und Schläuche, um bis zum Beckenrand zu gelangen.

Das Paludarium muss deshalb vollständig und stabil abgedeckt sein. Auch kleine Kabel-, Schlauch- und Lüftungsöffnungen müssen ausbruchsicher verschlossen werden. Eine gewisse Belüftung bleibt trotzdem notwendig, damit sich keine dauerhaft stehende Luft, Fäulnis oder übermäßiger Schimmel bildet.

Offene Aquarien oder offen gestaltete Aquascapes können zwar als optische Inspiration dienen, sind für die tatsächliche Haltung von Land- und Vampirkrabben jedoch ungeeignet.

Wie groß muss das Paludarium sein?

Unsere Land- und Vampirkrabben werden mit einer Mindestabnahme von fünf Tieren je Art beziehungsweise Farbform angeboten.

Für eine solche Gruppe kleiner Geosesarma-Arten empfehlen wir ein Paludarium mit mindestens:

80 × 40 × 40 cm

Noch besser eignet sich ein Becken ab:

100 × 40 × 40 cm

Mehr Platz ist besonders sinnvoll, wenn sich mehrere Männchen in der Gruppe befinden oder später Nachwuchs aufkommt. Eine größere Grundfläche ermöglicht mehr getrennte Reviere, zusätzliche Verstecke und bessere Ausweichmöglichkeiten.

Entscheidend ist nicht allein das Volumen. Für überwiegend landlebende Krabben ist eine ausreichend große und gut strukturierte Grundfläche wichtiger als ein besonders hohes Becken.

Die genannten Maße gelten für kleine Vampirkrabben der Gattung Geosesarma. Größere Land-, Mangroven- oder Harlekinkrabben können wesentlich mehr Platz und eine vollkommen andere Aufteilung benötigen.

Wie werden Land- und Wasserbereich aufgeteilt?

Für typische Vampirkrabben sollte der größte Teil des Paludariums aus Land bestehen:

  • ungefähr 70–80 % Landfläche
  • ungefähr 20–30 % Wasserfläche

Die Tiere müssen sich im Wasser vollständig untertauchen können. Gleichzeitig benötigen sie an mehreren Stellen sichere und leicht erreichbare Ausstiege. Flache Steine, Korkstücke oder griffige Wurzeln können als Übergang dienen.

Steile, glatte Wände sind ungeeignet. Besonders geschwächte oder frisch gehäutete Krabben müssen das Wasser ohne Schwierigkeiten verlassen können.

Der passende Wasseranteil kann je nach Art variieren. Vor der Einrichtung sollten deshalb immer der wissenschaftliche Name und die konkreten Bedürfnisse der ausgewählten Krabben geklärt werden.

Der richtige Landteil

Der Landteil sollte feucht, grabfähig und abwechslungsreich strukturiert sein. Eine Substrathöhe von ungefähr 8–12 cm ermöglicht es den Krabben, eigene Höhlen und Rückzugsplätze anzulegen.

Als Bodengrund eignet sich beispielsweise eine Mischung aus:

  • ungedüngter, schadstofffreier Erde
  • Terrarienhumus
  • Sand
  • zerkleinertem Laub
  • etwas Moos

Normale Blumenerde ist nicht automatisch geeignet. Sie kann Dünger, Pflanzenschutzmittel oder andere Zusätze enthalten, die für Wirbellose gefährlich sind.

Der Boden sollte dauerhaft leicht feucht bleiben, aber nicht vollständig vernässen. Eine Drainageschicht kann verhindern, dass sich im Landteil Staunässe bildet. Sie muss allerdings so abgesichert sein, dass die Krabben nicht hineingelangen und hinter Einbauten verschwinden können.

Verstecke und Reviere

Vampirkrabben können gegenüber Artgenossen territorial reagieren. Ein hübsch bepflanztes Becken mit viel freier Fläche reicht daher nicht aus.

Für eine Gruppe von fünf Tieren sollten mindestens sechs bis acht geeignete Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sein – besser mehr. Besonders wichtig sind Sichtbarrieren, damit sich die Tiere nicht ständig gegenseitig sehen.

Geeignet sind:

  • Korkröhren und Korkstücke
  • kleine Tonhöhlen
  • Wurzeln
  • Laubansammlungen
  • standsicher aufgeschichtete Steine
  • dicht bepflanzte Bereiche
  • kleine, teilweise eingegrabene Höhlen

Die Verstecke sollten über das gesamte Paludarium verteilt sein. Einige Plätze dürfen feuchter, andere etwas trockener sein. So können die Krabben ihren bevorzugten Aufenthaltsbereich selbst wählen.

Schwere Dekoration sicher aufstellen

Landkrabben graben gern und können Einrichtungsgegenstände unterhöhlen. Schwere Steine und große Wurzeln dürfen deshalb nicht lose auf einer hohen Substratschicht liegen.

Sie sollten standsicher auf dem festen Beckenboden oder auf einer geeigneten, stabilen Unterlage platziert werden. Erst anschließend wird das Substrat eingefüllt. Dadurch wird verhindert, dass ein Aufbau abrutscht und eine Krabbe einklemmt.

Scharfkantige Steine und Dekorationen mit engen Sackgassen sind ebenfalls ungeeignet.

Geeignete Pflanzen

Eine dichte Bepflanzung trägt zur hohen Luftfeuchtigkeit bei und schafft zusätzliche Deckung. Gleichzeitig müssen genügend freie Wege und Futterplätze erhalten bleiben.

Je nach Licht, Temperatur und Einrichtung eignen sich beispielsweise:

  • Moose
  • kleine Farne
  • Fittonia
  • Ficus pumila
  • kleine Bromelien
  • Bucephalandra
  • Anubias
  • kleine Schwimmpflanzen für den Wasserbereich

Die Pflanzen dürfen nicht mit für Wirbellose problematischen Pflanzenschutzmitteln behandelt sein. Neue Pflanzen sollten deshalb gründlich gewässert und kontrolliert werden, bevor sie in das Paludarium eingesetzt werden.

Krabben können Pflanzen anknabbern, ausgraben oder beim Klettern beschädigen. Eine dauerhaft makellose Bepflanzung lässt sich daher nicht garantieren.

Laub gehört zur Grundeinrichtung

Eine Schicht aus geeignetem Herbstlaub ist nicht nur Dekoration. Sie bietet Sichtschutz, Mikroverstecke und natürliche Beschäftigung. Zwischen den Blättern entwickeln sich außerdem kleine Futterorganismen und organische Abbauprodukte, die von den Krabben aufgenommen werden können.

Geeignetes, unbelastetes Laub darf deshalb dauerhaft im Paludarium verbleiben und wird nach und nach ergänzt. Stark faulende oder schimmelige Futterreste sollten dagegen entfernt werden.

Gestaltung des Wasserbereichs

Der Wasserbereich kann durch eine fest eingeklebte Abtrennung oder eine herausnehmbare, ausreichend große Wanne angelegt werden.

Eine herausnehmbare Wasserschale erleichtert die Reinigung, bietet aber weniger Gestaltungsmöglichkeiten. Ein fest eingebauter Wasserteil wirkt natürlicher und kann bepflanzt sowie gefiltert werden.

Wichtig sind in beiden Fällen:

  • sauberes und für Wirbellose geeignetes Wasser
  • mehrere griffige Ausstiegsmöglichkeiten
  • keine ungesicherten Pumpen oder Ansaugöffnungen
  • keine tiefen, unerreichbaren Spalten
  • regelmäßige Kontrolle der Wasserqualität
  • Entfernung von Futterresten

Bei einem kleinen, ungefilterten Wasserteil sind regelmäßige Wasserwechsel notwendig. Ein größerer Wasserbereich kann mit einem kleinen Schwamm- oder Innenfilter betrieben werden. Die Strömung sollte nur schwach sein.

Welche Technik wird benötigt?

Die technische Grundausstattung bleibt überschaubar:

  • LED-Beleuchtung für Pflanzen und Tag-Nacht-Rhythmus
  • Zeitschaltuhr
  • digitales Thermometer
  • Hygrometer
  • Sprühflasche oder kleine Beregnungsanlage
  • bei Bedarf ein kleiner, gesicherter Wasserfilter
  • bei zu niedriger Raumtemperatur eine geregelte Heizung
  • vollständig ausbruchsichere Abdeckung

Für viele tropische Vampirkrabben liegt die Temperatur – abhängig von der Art – ungefähr zwischen 22 und 26 °C. Die Luftfeuchtigkeit sollte meist etwa 75–90 % betragen. Die genauen Werte müssen immer an die tatsächlich gepflegte Art angepasst werden.

Richtig heizen

Ist der Raum ausreichend warm, kann häufig auf eine zusätzliche Heizung verzichtet werden. In kühlen Räumen eignet sich eine Heizmatte an einer Seiten- oder Rückwand. Sie sollte über ein Thermostat geregelt werden.

Eine Heizmatte unter der gesamten Bodenfläche ist nicht empfehlenswert. Krabben ziehen sich auch zur Abkühlung in den Boden zurück. Außerdem kann das Substrat durch eine Bodenheizung unbemerkt austrocknen oder überhitzen.

Im Paludarium sollte immer ein leichtes Temperaturgefälle vorhanden sein.

Benötigen Vampirkrabben einen Wasserfall oder Nebler?

Ein Wasserfall ist nicht erforderlich. Er kann dekorativ wirken und die Luftfeuchtigkeit erhöhen, bringt aber zusätzliche Risiken mit sich. Pumpenschächte, Schläuche und Bereiche hinter einer Rückwand können zu Fluchtwegen oder gefährlichen Fallen werden.

Auch ein Nebler ist nicht zwingend notwendig. Er ersetzt weder das Befeuchten des Bodens noch die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In einem gut geplanten Paludarium genügen meistens ein passender Wasserbereich, feuchtes Substrat und regelmäßiges Sprühen.

Beispiel für ein einfaches Paludarium

Für eine Gruppe von fünf kleinen Vampirkrabben kann ein Becken mit 80 × 40 × 40 cm folgendermaßen eingerichtet werden:

  1. Schwere Wurzeln und Steine standsicher aufstellen.
  2. Ungefähr drei Viertel der Grundfläche als erhöhten Landteil anlegen.
  3. Einen flachen Wasserbereich auf der verbleibenden Fläche einrichten.
  4. Mehrere sanfte Ein- und Ausstiege schaffen.
  5. Den Landbereich mit 8–12 cm grabfähigem Substrat auffüllen.
  6. Mindestens sechs bis acht Verstecke verteilen.
  7. Durch Kork, Wurzeln und Pflanzen mehrere Sichtbarrieren bilden.
  8. Eine geschlossene Laubschicht aufbringen.
  9. Moose und robuste tropische Pflanzen einsetzen.
  10. Beleuchtung, Messgeräte und gegebenenfalls Filter installieren.
  11. Alle Öffnungen, Kabeldurchführungen und Türspalten sichern.

Das Paludarium sollte vollständig eingerichtet, bepflanzt und klimatisch stabil sein, bevor die Krabben einziehen.

Unterschiedliche Arten nicht zusammen halten

Die zahlreichen Handelsnamen können leicht den Eindruck erwecken, es handle sich lediglich um verschiedene Farben derselben Krabbe. Tatsächlich können sich dahinter unterschiedliche Arten oder noch nicht eindeutig bestimmte Formen verbergen.

Verschiedene Arten und Farbformen sollten daher nicht miteinander vergesellschaftet werden. Es kann zu Revierkämpfen, Verletzungen oder unerwünschten Kreuzungen kommen.

Pro Paludarium sollte nur eine eindeutig ausgewählte Art beziehungsweise Farbform gepflegt werden.

Eingewöhnung und Beobachtung

Nach dem Einsetzen verstecken sich Vampirkrabben häufig für längere Zeit. Das ist zunächst kein Grund zur Sorge. Viele Tiere sind dämmerungs- oder nachtaktiv und werden erst sichtbar, wenn es im Raum ruhiger wird.

Eine gute Einrichtung erkennt man nicht daran, dass alle Krabben ständig offen zu sehen sind. Rückzugsmöglichkeiten gehören zu ihren Grundbedürfnissen. Regelmäßige Kontrollen von Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Wasserqualität und Futteraufnahme bleiben dennoch wichtig.

Fazit

Für kleine Land- und Vampirkrabben ist ein geschlossenes, ausbruchsicheres Paludarium die richtige Haltungsform. Für unsere Abgabegruppe von mindestens fünf Tieren empfehlen wir eine Grundfläche ab 80 × 40 cm, besser ab 100 × 40 cm.

Der Landteil sollte deutlich überwiegen, grabfähig und mit zahlreichen Verstecken sowie Sichtbarrieren ausgestattet sein. Ein flacher, sauberer Wasserbereich mit mehreren sicheren Ausstiegen bleibt trotzdem unverzichtbar.

Ein offenes Aquarium, ein überwiegend mit Wasser gefülltes Gesellschaftsbecken oder ein trockenes Standardterrarium erfüllt diese Anforderungen nicht. Wer das Paludarium vor dem Kauf sorgfältig plant und vollständig einrichtet, schafft die wichtigste Grundlage für eine erfolgreiche Haltung dieser außergewöhnlichen Tiere.

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